Rechtsklick wurde auf dieser Seite deaktiviert.
/
logo

Reisebericht: Lofoten April 2016

Reisebericht: Lofoten April 2016

Vom 10. bis zum 24. April verbrachte ich zusammen mit zwei Teilnehmer-Gruppen und den Leuten von Phototours4U zwei großartige Wochen auf den Lofoten. Und das hat sich gelohnt, sage ich euch!

Tag 1

Wir sind gegen 21:00 Uhr im "Lofoten Suite Hotel" in Svolvaer angekommen. Unser Zuhause für die nächsten 14 Tage. Eine Stunde später ging es dann gleich mal raus nach Kabelvag. Mal sehen ob was geht... Der Himmel war bewölkt, also nichts mit Polarlicht. Wir haben trotzdem einen guten Shot machen können.
In dieser Woche könnten wir noch Chancen auf Polarlicht haben. Eine Woche später nicht mehr. Dann wird es einfach schon zu hell...
Die Tageslänge ändert sich innerhalb von zwei Wochen um fast drei Stunden...und schon im Mai geht die Sonne gar nicht mehr unter.

Tag 2

Es ist bewölkt. Das Wetter ist bescheiden... Erstmal in Ruhe frühstücken, dann in Svolvaer im Supermarkt einkaufen. Am frühen Nachmittag gehts los...Schlechtwetter-Locations anfahren. Wir nehmen ein verrottetes Bootswrack mit (natürlich fotografisch), dann geht's weiter nach Gimsoy...dort geht eigentlich immer was, auch bei schlechtem Wetter. Auf dem Rückweg finden wir noch einen alten Traktor-Anhänger, abseits der Straße, im Morast. Das ist mal was anderes, aber nicht unbedingt mein Motiv.

Tag 3

Das Wetter ist grau in grau. Ab und zu sind ein paar Wolkenlücken zu erkennen. Wir beginnen unsere Tour am Mittag und fahren Richtung Süden. Auf dem Weg kommen wir an etlichen Stellen vorbei die sich gut als Motiv eignen. Einige schön gelegene Seen, an deren Oberfläche sich noch dünnes Eis befindet. Doch das Wetter spielt nicht mit. Der Himmel ist grau, keine Struktur in den Wolken. Einfach nur eine graue Wand. Also nicht geeignet.
Wir fahren weiter Richtung Haukland. Das Wetter bessert sich. Es klart auf. Jetzt folgen im 15 Minuten Takt Hagelschauer die sich mit Sonne abwechseln. Also schnell Stativ aufgebaut, Bildkomposition machen, Feuer frei! Und einpacken. Es folgt der Hagelschauer. Ich drehe meinen Rücken in den Wind. Da stehen wir nun, wie die Pinguine in der Antarktis. Nach 15 Minuten ist das Spektakel vorbei. Die Sonne kommt. Die weiße Schicht wird abgeschüttelt. Kamera raus, weiter geht's bis zum nächsten Hagelschauer der nicht lange auf sich warten lässt...

Am Abend gehts rüber durch den Tunnel nach Uttakleiv. Geiles Wetter! Sonne! Wir dürfen einen tollen Sonnenuntergang erleben! In der Nacht ist es klar. Aber leider finden wir kein Polarlicht.

Tag 4

Ich traue meinen Augen kaum: Sonne pur...nicht eine Wolke am Himmel! Ich wusste gar nicht, dass es so ein Wetter auf den Lofoten gibt...
Am Mittag gehts wieder los. Richtung Süden. Erst mal nach Myrland. Doch das Licht ist noch zu hart. Der Himmel strahlend blau! Tolles Wetter...aber zum Fotografieren dürfen ruhig ein paar Wölkchen da sein. Sonst ist es auf dem Foto nur eine blaue Wand. Naja also Postkarten-Zeit. Ja ich weiß...meckern auf hohem Niveau.
Danach geht's nach Hamnoy. Der obligatorische Shot ist schnell im Kasten. Weiter nach Reine...aber wir haben Ebbe. Keine guten Bedingungen.
Dann fahren wir nach Yttersand. Entspanntes fotografieren im Grasland. Die Sonne im Rücken...der Schatten im Bild...das Warten auf den Sonnenuntergang. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die Sonne ganz langsam hinter den Bergen verschwunden...endlich! Foto gemacht. Weiter geht's.
Auf nach Vareid. Wir haben tolles Licht und genießen den Sonnenuntergang am Meer.
Letzte Station für heute ist noch mal Reine. Aber es ist noch immer zu wenig Wasser dort, wodurch die dunklen Steine im Vordergrund den Bildaufbau stören. Nicht ganz optimal. Am Abend zeigt sich klarer Himmel, aber wieder keine Aurora. Man kann nicht alles haben. Trotzdem war es ein super Tag!

 

Tag 5

Das Wetter hat es sich überlegt: Es ist wieder grau. Diesmal geht´s Richtung Norden nach Laukvik. Auf dem Weg machen wir an einer versifften Hütte halt. Ein toller Beifang.
Danach geht's weiter zum Leuchtturm wo wir auch den Abend verbringen. Das Wetter spielt aber leider nicht mit. Grau in grau ist es und keine Struktur im Himmel. Wir machen das beste daraus und versuchen den Leuchtturm in der blauen Stunde abzulichten. Am späten Abend kehren wir zurück ins Hotel.

Tag 6

Wir beginnen unsere Tour gegen Mittag. Das Wetter ist bewölkt, aber gut zum Fotografieren. Unser Ziel ist Unstat, der Surfer-Strand. Und ja, es sind viele Surfer da. Wir machen einige Shots und experimentieren mit den schwarzen runden Steinen die von den Wellen umspült werden. Später am Abend zieht sich das Wetter zu.
Wir fahren weiter und versuchen unser Glück in Uttakleiv. Das Wetter bessert sich und wir können sogar noch einen kurzen Moment die Sonne mit ins Bild einbauen.

Tag 7

Heute ist ein Tag für etwas "Entspannung". Wir haben wieder tolles Wetter. Viel Sonne mit einigen Wölkchen. Gegen Mittag fahren wir ins kleine Dörfchen Nusfjord. Dort verbringen wir einen lockeren Nachmittag und fotografieren ein bisschen Beifang. Fischerhütten, Stockfisch, Möwen, Boote usw... Der kleine Dorfladen öffnet extra für uns. Wir sind nämlich die einzigen Besucher und der Besitzer wohnt gleich nebenan.
Also kaufen wir uns noch Eis und leckere Knabbereien. In der Sonne ist es für norwegische Verhältnisse sogar recht warm.
Nach einer ausgiebigen Pause fahren wir weiter Richtung Flakstad. Es ist Ebbe und das Wasser fließt nur wenige Millimeter hoch über den flachen Strand. So können wir tolle Spiegelungen fotografieren.
Weiter geht's nach Eggum wo wir einen tollen Sonnenuntergang erleben. Dort fotografieren wir noch bis in die Nacht hinein.

Tag 8

Heute endet die erste Woche. Serdar bringt die anderen Teilnehmer zum Flughafen und holt die neue Gruppe ab. Also verbringe ich den heutigen Tag allein.
Das Wetter ist wieder super. Mittags starte ich meine Tour und fahre bekannte Locations an. Henningsvaer, Gimsoy, Myrland. Aber das Licht ist noch zu hart. Gegen Nachmittag zieht sich der Himmel zu und im Süden beginnt es zu regnen. Vielleicht habe ich in Uttakleiv mehr Glück. Der Wettergott ist mir hold und so kann ich einen großartigen Sonnenuntergang mitnehmen! Auf dem Rückweg fahre ich noch bei Eggum vorbei, doch das Wetter wird wieder schlecht. So entscheide ich mich zurückzufahren und bin kurz vor Mitternacht wieder im Hotel.

Tag 9

In der "neuen" Gruppe sind insgesamt 10 Teilnehmer. Das könnte jetzt an den Locations voll werden... Mit von der Partie ist natürlich Serdar und Christian von Phototours4U.
Wir beginnen unsere Tour gegen Mittag, fotografieren die Nacht durch und kehren erst gegen 7:00 Uhr früh zum Hotel zurück. Zuerst geht´s wieder nach Myrland zum Strand.. Und wieder bei blauem Himmel. Für mich zum dritten mal... Das Wetter meint es zu gut mit uns. Danach fahren wir weiter Richtung Hamnoy. Hier zeigt sich ein toller Sonnenuntergang. Christian der Hexer greift in seine Trickkiste und zeigt uns ein paar tolle Perspektiven. Das Motiv ist eine Bergkette die sich in einer Pfütze auf den Felsen spiegelt. Nachdem ich gefühlte 15 Minuten auf dem Bauch über die Felsen robbend, die Kamera wenige Zentimeter über dem Boden, mein Werk vollbracht habe, kann es weiter gehen... Was man für ein Poster nicht alles in Kauf nimmt! Aber genau so macht es Spaß. Und das Ergebnis kann sich denke ich sehen lassen!
Als es dann dunkel wird fahren wir zurück Richtung Eggum. Hier erleben wir um 4:00 Uhr einen wunderschönen Sonnenaufgang! Die Sonne taucht die Berge in rotes Licht. So etwas muss man mal erlebt haben! Super!

Tag 10

Heute sind wir erst früh um 7:00 Uhr zu unserem Hotel zurück gekehrt. Dann gab es noch Frühstück (für uns war es also eher das Abendessen...) und ab ins Bettchen^^. Aufstehen um 16:00 Uhr. Dann wird sich noch vorbereitet und unsere Abfahrt ist dann gegen 18:00 Uhr. 21:00 Uhr sind wir dann zum Sonnenuntergang pünktlich an der Location. Da wir diese Woche immer gutes Wetter haben sollten, begannen wir unsere Ausflüge jeden Tag zu diesen Zeiten. Und glaubt mir: Wenn man die ganze Nacht durch fotografiert und am nächsten Morgen gegen 8:00 Uhr ins Bett geht, ist der Akku leer. Und damit meine ich nicht den der Kamera...
Das Wetter sollte uns auch heute hold sein. Erste Station ist Uttakleiv. Egal wie oft man dort ist: Dieser Strand ist fotografisch gesehen ein absoluter Traum. Man entdeckt immer wieder neue Perspektiven und Bildkompositionen. Am Abend geht der Trip weiter Richtung Fredvang. Dort fotografieren wir bis 2:00 Uhr. Weiter geht´s nach Flakstad. Sonnenaufgang ist gegen 4:00 Uhr. Es ist alles orange am Himmel! Keine einzige Wolke ist zu sehen. Der Wahnsinn! Wir genießen die Ruhe, das Rauschen des Meeres, die Farben am Himmel. Völlig erschöpft kommen wir früh um 7:00 Uhr am Hotel an.

Tag 11

Heute sieht das Wetter nicht so gut aus. Es ist stark bedeckt und so fahren wir etwas später los. Zumindest regnet es nicht. Diesmal gehts Richtung Norden nach Laukvik. Wir machen an einer alten Fischerhütte halt. Solche Hütten die einfach mitten im nirgendwo stehen findet man oft auf den Lofoten. Besonders schöne Exemplare müssen dann als Motiv herhalten. Dort bleiben wir bis alle ihre Shots im Kasten haben.
Am Abend setzen wir die Fahrt nach Laukvik zum Leuchtturm fort. Dort, direkt am Meer, weht immer ein starker Wind und es ist dem entsprechend kalt. Besonders in der Nacht. Zwischen den schroffen Felsen haben sich tiefe Pfützen gebildet in denen sich, aus der richtigen Perspektive betrachtet, der Leuchtturm spiegelt. Eine Stelle hat es mir besonders angetan. Nach 20 Minuten, auf meinen Knien über die Felsen rutschend, die Kamera samt Stativ beinahe im Wasser versenkt, habe ich mein Foto fertig gestellt. Halb durch gefroren und todmüde gehts am Morgen langsam zum Hotel zurück.

Tag 12

Das Wetter ist nicht das beste. Heute machen wir eine Tour Richtung Haukland. Dort am Strand machen wir etliche Fotos mit Langzeitbelichtungen, ziehende Wolken, Wasser glatt bügeln und so weiter. Durch die dichten Wolken ist es mittlerweile stockdunkel. Wir fahren durch den Tunnel nach Uttakleiv, doch dort ist das Wetter noch schlechter. So entscheiden wir uns für den Rückweg. Vielleicht haben wir Glück und das Wetter bessert sich noch. Wir machen noch einen Abstecher Richtung Gimsoy, doch auch da ist das Wetter schlecht. Sturm und Regen. Also kehren wir ins Hotel zurück.

Tag 13

Ein neuer Tag und neues Glück. Doch das Wetter hat sich nicht gebessert. Wir versuchen es im Süden und fahren nach Yttersand. Dort angekommen beginnt es leicht  zu Hageln. Einige Shots werden probiert doch die Ergebnisse sind für mich nicht zufrieden stellend. Wir entscheiden uns nach Uttakleiv zu fahren und warten dort auf den Sonnenaufgang. Langsam ziehen die Wolken davon. Wir haben Glück und um 4:30 Uhr bietet sich uns ein grandioser Sonnenaufgang! Das hat uns den Tag gerettet. Und ein super Foto reicht pro Tag! Nachdem die Beute eingesackt wurde geht´s zum Hotel zurück.

Tag 14

Heute ist unser letzter Tag auf den Lofoten. Deshalb können wir auch nur eine kleine Tour unternehmen, weil wir am nächsten Morgen früh um 7:00 Uhr zum Flughafen los fahren müssen. Nachdem wir ausgeschlafen haben gehts zum Abschluss noch mal nach Gimsoy. Diesmal passt das Wetter gut zur Location und ich kann noch einige gute Bilder auf die Speicherkarten bannen. Um 22:00 Uhr geht´s für uns so langsam zum Hotel zurück. Morgen müssen wir ja wieder früh aufstehen und irgendwie muss man sich auch wieder an einen normalen Tagesrhythmus gewöhnen.

Die Lofoten sind ein Eldorado für Landschaftsfotografen! Meine nächste Reise dort hin findet nächsten Winter statt. Und ich hoffe natürlich auf tolles Polarlicht!

Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.