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Reisebericht: Island Hochland

Reisebericht: Island Hochland 2016

Vom 20. bis 29. August dieses Jahres verbrachte ich mit einer Reisegruppe neun unvergessliche Tage im isländischen Hochland. Die Fotoexpedition wurde von Stefan Forster geleitet. Dieser Beitrag soll euch einen kleinen Eindruck von der Landschaft und den Gegebenheiten des Hochlands vermitteln. Vor der Fotoreise erhielt ich detaillierte Empfehlungen was alles für die Islandtour benötigt wird, so z.B.: ein Zelt, Schlafmatte, Schlafsack, Gaskocher, wasserdichte Behälter usw.

Tag 1

Nach unserer Ankunft in Keflavik fuhren wir erst mal zum Hotel. Kurze Zeit später ging es dann zum Einkaufen - Lebensmittel für die nächsten Tage im Hochland besorgen. Am Abend genossen wir noch ein hervorragendes Essen im Restaurant, bevor es für uns in den nächsten Tagen nur Fertigmahlzeiten geben würde.

Tag 2

Nach dem Frühstück starteten wir unsere Tour ins isländische Hochland. Wir waren mit zwei Geländefahrzeugen unterwegs. Unser Expeditionsleiter Stefan war schon ein paar Wochen früher angereist. Mit seinem eigenen Geländewagen nahm er die Route mit der Fähre über die Faröer-Inseln bis nach Island. Das andere Fahrzeug wurde dort gemietet.
Die Trucks haben eine 38 Zoll Bereifung und Flussdurchquerungen mit bis zu 1,20 Meter Wassertiefe sind kein Problem.

Nach ein paar Stunden Fahrt, der Südküste entlang Richtung Hochland, endeten die asphaltierten Straßen und damit auch die Touristenströme. Das Hochland ist nahezu menschenleer (bis auf ein paar verrückte Fotografen und Extremurlauber).

Unser Ziel war das Gebiet um „Landmannalaugar“ mit seinen heißen Quellen. Dort steigt an vielen Stellen heißer Wasserdampf aus der Erde. Island ist hier, wie überall auf der Insel von der vulkanischen Aktivität geprägt, deren Kraft und Hitze hier beeindruckend zum Ausdruck kommt. Man findet dort brodelnde Quellen und kochende Schlammtöpfe. Motive zum Fotografieren gab es hier ohne Ende.

Gegen Abend erreichten wir unseren Zeltplatz. Wobei das Wort “Zeltplatz“ etwas übertrieben gesagt ist. Es gab  einen Container mit einer Dusche und Toilette – das nötigste eben, aber ein Luxus im Hochland. In der Nähe befand sich eine heiße Quelle in welcher man baden konnte. Wir kochten unser Abendessen über dem Feuer und entspannten uns bei einem Bad in der heißen Quelle. Ein echtes Erlebnis! Zudem wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt.

Tag 3

Der Morgen begann so, wie der Abend aufhörte: mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang und tollem Licht. Rechtzeitig vor der blauen Stunde klingelte der Wecker. Ich wollte die heißen Quellen beim Sonnenaufgang fotografieren. Das Wetter war hervorragend geeignet. Die ersten Sonnenstrahlen, der Wasserdampf auf den Wiesen, eine mystische Stimmung lag in der Luft. Es sah einfach umwerfend aus.

Unsere Tour führte uns wieder aus dem Gebiet um „Landmannalaugar“ heraus, hinein in das eigentliche Hochland. Für die nächsten Tage gab es für uns kein Internet, keine Dusche, keine Toilette und keinen Komfort. Wir kochten unser Essen über dem Feuer und tranken Wasser aus Flüssen.

Die Landschaft änderte sich. Nach und nach wechselten die gelb-rötlichen Berge zu dunklem Gestein. Schwarzer Sand, schroffes Lavagestein und Berge, die mit leuchtend grünem Moos überwuchert waren, soweit das Auge reicht. Die Überbleibsel von vergangenen Vulkanausbrüchen.

Eigentlich hätte man alle zehn Minuten zum Fotografieren anhalten können. Hinter jeder Bergkuppe sah die Landschaft beeindruckend und anders als zuvor aus.

Zum Nachmittag verschlechterte sich das Wetter jedoch zusehends. Wir machten halt, mitten im Fjell. Neben einer Wiese schlängelten sich zwei Flüsse durch Schluchten hindurch. In der Nähe befand sich ein Wasserfall. Hier bauten wir unsere Zelte auf. Ich versuchte, noch ein paar gute Fotos zu machen aber das Wetter war zu schlecht. Also verbrachte ich die Zeit damit gute Fotospots für den nächsten Morgen zu erkunden.

In der Nacht gab es Sturm und es regnete wie aus Eimern. Doch mein Zelt stand wie ein Bunker.

Tag 4

Am nächsten Morgen besserte sich das Wetter und ich konnte dieses Foto machen. Ich stand im Fluss und wartete auf den richtigen Moment. Für eine Minute zeigte sich die Sonne und erhellte den Wasserfall im Morgenlicht.

Unsere Fahrt führte uns weiter durchs Hochland. Über Hügel, Aschefelder und durch Flüsse. Es gibt dort Aschefelder bzw. Gebiete aus schwarzem Sand die sich über eine Länge von 40 Kilometer erstrecken.

Unsere Mittagspause verbrachten wir bei einem Felsvorsprung am Fuße eines 400 Meter hohen Berges. Das regnerische Wetter hielt uns aber nicht davon ab, auf den Berg zu wandern (es war eigentlich mehr klettern als wandern). Die Aussicht dort oben war einfach umwerfend. Trotz Wind und Nieselregen entstanden oben auf dem Gipfel ein paar beeindruckende Fotos. Der Abstieg gestaltete sich bei strömenden Regen als schwierig, aber wir haben die Herausforderung gemeistert!

Auf unserer weiteren Fahrt hielten wir an vielen Orten an und machten Aufnahmen von den moosbedeckten Bergen des Hochlands.

Leider passierte an diesem Tag ein Schaden an Stefans Truck. Bei der Fahrt durch einen Fluss prallte das rechte Vorderrad gegen einen Felsen. Der Querlenker war verbogen. Ohne eine Werkstatt konnte der Schaden nicht repariert werden. So musste etwas um geplant und improvisiert werden. Wir verbrachten den Abend in der Nähe einer Hütte im Hochland, während Stefan allein drei bis vier Stunden zur nächsten Werkstatt fahren musste. Am nächsten Tag gegen Mittag war er dann mit dem reparierten Fahrzeug wieder zurück. Solche Zwischenfälle können in dem schwierigen Gelände selbst mit dem besten Truck passieren.

Tag 5

Weiter ging unsere Tour durchs Hochland. Immer wo gute Stellen zum Fotografieren waren, hielten wir an. Am Nachmittag wanderten wir zu einem nahe gelegenen Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls gab es eine wunderschöne Aussicht über das Hochland. Ein paar Meter weiter stürzte der Fluss eine Schlucht hinunter. Leider gab es für uns keinen Weg in die Schlucht. Gerne hätte ich den Wasserfall von unten fotografiert. Aber es sollte nicht sein.

Wir setzten die Tour durch das urtümliche Island fort. Die Größe und Weite des Hochlands ist faszinierend. Riesige Felder aus schwarzem Sand und Lavagestein wechseln sich mit moosbedeckten Bergen ab. Dazwischen fließen Flüsse, die sich ihren Weg durch tiefe Schluchten gegraben haben. Ich glaube, man könnte dort mehrere Wochen, sogar Monate, verbringen und hätte noch nicht alles gesehen.

Am Abend zelteten wir an einer abgelegenen Stelle zwischen zwei Seen. Das Wetter besserte sich und in der Nacht war es sternenklar. Das ist in Island recht selten. Leider gab es kein Polarlicht. Das wäre dann wohl der Jackpot gewesen.

Tag 6

Unsere Reisegruppe machte sich wieder auf den Weg in Richtung Südküste. Nach einer mehrstündigen Fahrt erreichten wir die Gletscherlagune „Jökulsarlon“. Vom gleichnamigen Gletscher brechen immer wieder riesige Eisbrocken ab, welche dann auf dem Fluss in das Meer treiben. Die Eisberge sind dort immer ein lohnendes Motiv. Der Strand besteht aus schwarzem Sand, auf dem die von den Wellen umspülten Eisbrocken liegen. Richtig in Szene gesetzt, kann man von den Eisbrocken tolle Fotos machen.

Am Abend kamen wir dann in unserem Hotel in Höfn an. Endlich konnte man wieder duschen und die Kleidung und Ausrüstung richtig trocknen. Zum Abendessen ließen wir es uns im nahe gelegenen Restaurant gut gehen.

Tag 7

Wir fuhren der Südküste entlang. Hier und da hielten wir an, um Fotos zu machen. Da mussten auch ein paar Islandpferde als Motiv herhalten. An der Südküste merkt man sehr deutlich wie viele Touristen in Island sind. Der Tourismus in Island hat leider exorbitant zugenommen. Vor zehn Jahren, erzählte man uns, waren es noch 80.000 Touristen jährlich. Heute sind es fast 1,5 Millionen.

Am Nachmittag statteten wir den Eisbergen am Strand noch einen weiteren Besuch ab. Gerade die Gletscherlagune Jökulsarlon, der Fluss auf dem die Eisberge Richtung Meer treiben sowie der Strand sind Anlaufstellen für hunderte Touristen. Ich fühlte mich wie auf einem Parkplatz vor einem Freizeitpark.

Gegen Abend suchten wir uns eine abgelegene Stelle bei der Gletscherlagune und bauten dort unsere Zelte auf. Wir hofften auf Polarlicht, aber in der Nacht zogen Wolken auf. Denn besonders die Eisberge, die dort im Wasser treiben, sollen bei Polarlicht unglaublich toll aussehen, wenn sich das Licht im Wasser spiegelt.

Tag 8:

Wir fuhren an der Südküste entlang zurück nach Keflavik. Um die Mittagszeit machten wir an den Steilklippen in der Nähe von Vik halt. Von dort oben hat man eine großartige Aussicht über das Meer. Wenn man Glück hat, kann man Papageientaucher fotografieren. Seit einem Jahr darf man nicht mehr mit dem Auto dort hochfahren, denn diese Straße wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Auf unserem Weg kamen wir auch am bekannten Skógafoss vorbei. Vor dem Wasserfall tummelten sich wieder die Touristen.
Viel gab es leider an diesem Tag für uns nicht zu sehen, da wir die knapp 450 Kilometer bis nach Keflavik schaffen mussten und so die Zeit im Auto verbrachten. In Island gibt es natürlich keine Autobahnen und man kommt längst nicht so schnell voran wie in Deutschland.

Am Abend ging es dann ins Hotel und später genossen wir noch ein leckeres Abendessen im Restaurant. Im Allgemeinen ist Island ein sehr teures Land. Die Preise im Restaurant sind sehr hoch, besonders für alkoholische Getränke.

Tag 9:

Früh morgens kurz nach 7:00 Uhr ging unser Flug zurück in die Schweiz.

Mein Fazit: Island ist und bleibt ein atemberaubend schönes Land voller Naturwunder. Leider gibt es, besonders an der Südküste und im Sommer, viele Touristen. Die schönsten Landschaftsfotografien entstehen aber meist am Morgen oder am Abend und zu diesen Zeiten hält es sich auch mit den Touristen in Grenzen. Das Hochland ist äußerst beeindruckend und bietet für jeden Landschaftsfotografen ein Eldorado an Motiven. Aus fotografischer Sicht ist Island ein absolutes Highlight.

Kommentar zu: “Reisebericht: Island Hochland”

  1. Hallo André
    Toller Bericht und schöne Fotos. Die Reise mit Stefan Forster war sicher ein einmaliges Erlebnis. Ich war im Sommer 2016 auch in Island unterwegs. Allerdings zu Fuss. Ein unglaubliches Land mit einer faszinierenden Landschaft.
    Liebe Grüsse
    Elias
    PS: Ich bin auf deine Bilder am Swissphotoclub Award aufmerksam geworden.

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